## Executive Summary

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### Gesamteinschätzung und Kontext
- Europa hat die Herausforderungen der Pandemie und den durch Russlands Krieg gegen die Ukraine ausgelösten Energiepreisschock erfolgreich gemeistert.
- Neue ökonomische Herausforderungen ergeben sich aus geoökonomischer Fragmentierung und den aktuellen Auswirkungen des Klimawandels, die bestehende Wachstumsprobleme verschärfen und die wirtschaftliche Konvergenz behindern könnten.
- Durch den Rückgang der Gesamtinflation werden private Haushalte und Unternehmen etwas entlastet. Verantwortlich hierfür sind hauptsächlich niedrigere Rohstoffpreise und eine Entspannung bei den Versorgungsengpässen.
- Zentralbanken in ganz Europa haben ihre Geldpolitik deutlich gestrafft, und Regierungen fahren ihre fiskalische Unterstützung zurück.

### Wachstumsentwicklung und -prognose
- Die anhaltenden Effekte der Energiepreisschocks und die restriktivere Geld- und Fiskalpolitik tragen zu einer Wachstumsverlangsamung bei.
- Branchenheterogenität: Länder mit einem größeren Anteil des Verarbeitenden Gewerbes und energieintensiven Industrien verlangsamen sich stärker als Länder, die von Dienstleistungen und Tourismus abhängig sind.
- Regionale Projektion:
  - Wachstum in der gesamten Region betrug im vergangenen Jahr 2,7 Prozent.
  - 2023 wird das Wachstum voraussichtlich 1,3 Prozent betragen.
  - 2024 wird das Wachstum voraussichtlich 1,5 Prozent betragen.
- Industrieländer Europas: Länder mit starkem Dienstleistungssektor erholen sich schneller als solche mit großem Verarbeitendem Gewerbe, die mit schwacher Auslandsnachfrage und hohen Energiepreisen konfrontiert sind.
- Schwellenländer Europas: 2024 wird ein leichter Aufschwung erwartet; die Entwicklung variiert je nach Energieintensität der Industrieproduktion, Ausrichtung des Dienstleistungssektors und Störungen der Handelsbeziehungen zu Russland.

### Geldpolitik, Fiskalpolitik und Finanzstabilität
- Die Geldpolitik nähert sich dem Ende des Straffungszyklus.
- Für 2023 wird mit einer moderaten Haushaltskonsolidierung gerechnet; 2024 gewinnt die Konsolidierung an Fahrt.
- Abwärtsrisiken für das Wachstum: schwächere Wirtschaftsaktivität in China, weitere Rohstoffpreisschocks und Risiken für die Finanzstabilität.
- Restriktivere Geldpolitik hat Kreditkosten erhöht und die Finanzposition von privaten Haushalten und Immobiliengesellschaften geschmälert.
- Obwohl die Kapitalpuffer der Banken solide sind, könnten sie in einem negativen Szenario unter Druck geraten.

### Inflation und Arbeitsmarkt
- Die Inflation dürfte im Prognosezeitraum nur allmählich zurückgehen.
- Faktoren:
  - Verhaltener Binnennachfrage 2023 und niedrigere Rohstoffpreise dämpfen die Kerninflation.
  - Prognostizierter Anstieg der Realeinkommen und nach wie vor robuster Arbeitsmarkt verlangsamen die Desinflation.
- Zeitliche Zielerreichung:
  - Die meisten Länder dürften ihre Inflationsziele nicht vor 2025 erreichen.
- Risiken:
  - Anhaltendes Nominallohnwachstum, das über den Inflations- und Produktivitätswachstumsraten liegt, ist ein zentrales Risiko, insbesondere in den Schwellenländern Europas.
  - Inflation könnte sich verfestigen, eine weitere Straffung der Geldpolitik notwendig machen und möglicherweise zu Stagflation führen.

### Mittelfristige strukturelle Herausforderungen
- Mittelfristige Wachstumsaussichten für Europa haben sich verschlechtert; nachlassendes Produktivitätswachstum ist eine der Hauptursachen.
- Höhere und volatilere Energiekosten sowie Veränderungen bei Lieferketten und Handelsbeziehungen stören Produktionsstrukturen.
- Diese Schocks verschärfen bereits bestehende Beschränkungen des potenziellen Wachstums (z. B. Demografiewandel, Arbeitsmarktengpässe).
- Für die meisten Schwellenländer Europas könnte schwache Produktivität kombiniert mit dem Wegfall des Wettbewerbsvorteils bei den Lohnkosten die wirtschaftliche Konvergenz gefährden.
- Staatsverschuldungsstabilisierung könnte schwierig sein, besonders in hochverschuldeten Ländern, die kategorisch Verschuldung reduzieren müssen.

### Politische Empfehlungen — Geldpolitik
- Restriktiven geldpolitischen Kurs beibehalten, um die Inflation in angemessener Frist wieder zum Zielwert zurückzuführen.
- Die Unsicherheit bezüglich der Persistenz der Inflation ist groß; die Kosten einer verfrühten Lockerung der Geldpolitik sind hoch.
- Wie restriktiv die Geldpolitik sein sollte, hängt vom jeweiligen Zustand des Landes ab; viele Zentralbanken werden ihre Leitzinsen noch länger hoch halten müssen.

### Politische Empfehlungen — Fiskalpolitik
- Länder sollten Bemühungen verstärken, fiskalische Puffer neu aufzubauen oder zu erhalten, und den dringendsten Ausgabenbedarf decken.
- Durch die Verringerung von Defiziten unterstützt die Fiskalpolitik die Geldpolitik bei der Bekämpfung der Inflation.
- Ungezielte Energiesubventionen sollten beendet und Ineffizienzen bei Ausgaben und Einnahmen beseitigt werden.
- Einsparungen könnten nicht ausreichen, um gleichzeitig Ausgaben für Bildung, demografische Herausforderungen, Infrastruktur und Klimaschutz zu decken und hohe Defizite abzubauen.
- Aufgrund schleppenden Wachstums und steigender Schuldendienstkosten dürften die Schuldenquoten in den meisten Schwellenländern mittelfristig steigen.
- Maßnahmen: Ausgaben rationalisieren und Einnahmen mobilisieren, um Staatsverschuldung auf einen Abwärtspfad zu bringen.
- Für EU-Länder: Priorität, die Fähigkeit zu stärken, EU-Finanzhilfen für klimaresiliente Infrastruktur, soziale Sicherungssysteme und die beschleunigte Umsetzung der Energiewende einzusetzen.

### Politische Empfehlungen — Makrofinanzielle Maßnahmen
- Makrofinanzielle Maßnahmen sollten sicherstellen, dass entstehende Risiken für die Finanzstabilität im Auge behalten und begrenzt werden.
- Banken haben Gewinne aus steigenden Nettozinsmargen gesteigert; diese Mittel sollten zur Aufstockung der Kapitalpuffer verwendet werden, auch durch regulatorische Anforderungen.
- Robuste Kapitalpuffer sind entscheidend angesichts der Kreditengagements von Banken im Immobiliensektor und strukturellen sowie konjunkturellen Gegenwinden auf den Immobilienmärkten.

### Politische Empfehlungen — Strukturelle Reformen
- Strukturelle Maßnahmen sind entscheidend, um kräftiges, grünes und gleichmäßig verteiltes Wachstum zu erreichen.
- Reformfokus:
  - Abbau von Hindernissen, die wirtschaftliche Innovationen und Dynamik verringern.
  - Stärkung des Geschäftsumfelds und Maßnahmen, die Investitionen und Ausgaben für Forschung und Entwicklung fördern.
  - Verbesserung von Verwaltung und Governance des öffentlichen Sektors, besseres Job-Matching und Bereitstellung zuverlässiger digitaler, Verkehrs- und Energieinfrastruktur, um Investitionen in die Schwellenländer Europas anzuziehen.
- Binnenmarkt als größter Wachstumsvorteil Europas muss bewahrt werden.
- Sektorale Strukturmaßnahmen können Effizienzsteigerungen fördern und den grünen Wandel unterstützen, insbesondere durch erhöhte Ausgaben für Forschung und Entwicklung und den Zugang zu neuen Technologien.
- Maßnahmen müssen wirksam und sorgfältig umgesetzt werden; kostspielige Subventionswettläufe oder wettbewerbsverzerrende Abgaben sind zu vermeiden.
- Internationale Zusammenarbeit im Klimaschutz, einschließlich einer CO2-Preisuntergrenze, ist unerlässlich, um Emissionen zu reduzieren, ohne Wettbewerbsfähigkeit einzubüßen.
- Jüngste Vereinbarungen zur Stärkung des europäischen Emissionshandelssystems sind ein wichtiger Schritt zur Erreichung der Klimaziele der Europäischen Union.

*Quelle: Executive Summary (execsum).*

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