## Ungleichheit und Armut unterschiedlicher Generationen in der Europäischen Union

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### Zusammenfassung der Kernbefunde
- In den letzten drei Jahrzehnten ging globale Ungleichheit spürbar zurück, aber innerhalb der Länder entwickelten sich die Verteilungen unterschiedlich.
- Im vergangenen Jahrzehnt blieb das allgemeine Einkommensgefälle in der Europäischen Union (EU) stabil; dies spiegelt gegenläufige Entwicklungen zwischen den Realeinkommen von jungen und älteren Menschen wider.
- Vor der weltweiten Finanzkrise war das Armutsrisiko für junge und ältere Menschen in der EU ähnlich.
- In jüngerer Zeit:
  - stieg das Armutsrisiko für junge Menschen beträchtlich,
  - stieg das Armutsrisiko in geringerem Umfang für die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter,
  - ging das Armutsrisiko für ältere Menschen drastisch zurück.

### Treiber der generationenspezifischen Entwicklungen
- Arbeitsmarktveränderungen:
  - Die Krise verschlimmerte bereits hohe Jugendarbeitslosigkeit und den Trend zu instabileren Jobs.
  - Hohe Jugendarbeitslosigkeit geht einher mit geringerem Einkommen und höherem Armutsrisiko unter Jugendlichen.
- Sozialer Schutz:
  - Soziale Sicherheitsnetze sind nicht gut gerüstet für den Umgang mit steigender Jugendarmut.
  - Soziale Transfers schützen die Realeinkommen der Älteren, bieten aber nur beschränkt Unterstützung für junge arbeitslose Menschen.
- Haushaltskonsolidierung:
  - Neuere Konsolidierungsmaßnahmen konzentrierten sich stärker auf die Unterstützung der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter statt der Rentner, was zur Umverteilung zugunsten Älterer beigetragen hat.

### Makroökonomische und langfristige Folgen
- Hohe, anhaltende Jugendarbeitslosigkeit und Armut haben langfristige Folgen für:
  - Produktivität junger Menschen,
  - zukünftige Einkommen junger Menschen,
  - gesellschaftliche Teilhabe und Chancen.
- In mehreren europäischen Volkswirtschaften erreichen Probleme der Arbeitslosigkeit und Armut unter Jugendlichen makroökonomische Ausmaße.
- Der gegenwärtige Konjunkturaufschwung verbessert Beschäftigungschancen für die Jugend, jedoch sind weitere politische Maßnahmen erforderlich, damit die Jugend nicht weiter zurückfällt.

### Politikempfehlungen
- Arbeitsmarktintegration der Jugend vorantreiben, um das Risiko lebenslanger Einkommensverluste und Armut zu senken.
  - Arbeitgeberanreize zur Einstellung junger Menschen, z. B. gezielte Senkungen des Lohnsteuerkeils oder Steuerguthaben am unteren Ende der Lohnskala.
- Fähigkeitenaufbau und -anpassung:
  - Ausgaben für Bildung und Berufsausbildung in der Haushaltskonsolidierung schützen.
  - Effizienz dieser Ausgaben steigern, z. B. durch bessere Kooperation zwischen Arbeitgebern, Arbeitnehmervertretern und Regierungen bei der Maßnahmenbereitstellung.
- Soziale Sicherheitsnetze reformieren:
  - Besserer Zugang zu sozialen Sicherheitsnetzen für Arbeiter in weniger stabilen Jobs, um Arbeitsmarktflexibilität zu erhalten und Jugendarmut zu senken.
  - Reformen der Arbeitslosenunterstützung und anderer Sozialleistungen außerhalb der Renten prüfen (Gestaltung, Auswahl von Altersgruppen, Effizienz der Transfers, Anspruchsvoraussetzungen).
  - Einheitlichere Indexierung verschiedener Sozialleistungen und stärkere Berücksichtigung der Verteilungswirkung öffentlicher Ausgaben auf Altersgruppen.
- Steuerpolitik zur generationenübergreifenden Umverteilung:
  - Steuerreform zur Neugewichtung der Steuerlast über mehrere Generationen.
  - Stärkere Progression der Einkommensteuer und eine stärkere Umverteilungsrolle für Kapitalertrags- und Vermögenssteuern.

*SDN/18/01, Januar 2018*

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